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Scheibennutfräser richtig auswählen: Schnittbreite, Frästiefe, Anlauflager und Co. einfach erklärt

Scheibennutfräser richtig auswählen: Schnittbreite, Frästiefe, Anlauflager und Co. einfach erklärt

Eine Nut mit 3 mm Breite? Eine tiefere Nut für eine Verbindung? Oder mehrere Frässcheiben kombinieren, um genau auf das gewünschte Maß zu kommen?

Scheibennutfräser sind ziemlich vielseitig. Etwas verwirrend wird es erst, wenn man vor der Auswahl steht: 40 oder 47 mm? Welche Bohrung? Welcher Schaft? Mit oder ohne Anlauflager? Zwei oder drei Schneiden?

Dabei ist das System eigentlich recht einfach, wenn man von der gewünschten Nut ausgeht.

Zuerst die wichtigste Frage: Welche Nut möchtest du fräsen?

Bei der Auswahl interessieren uns hauptsächlich zwei Maße:

Wie breit soll die Nut werden?
Dafür ist die Schnittbreite des Scheibennutfräsers entscheidend.

Wie tief soll die Nut werden?
Hier kommen Durchmesser, Aufnahmedorn, Anlauflager oder die Führung der Oberfräse ins Spiel.

Damit ist schon ein großer Teil der Auswahl erledigt.

Die Schnittbreite bestimmt die Nutbreite

Ein häufiger Denkfehler: Der Außendurchmesser des Fräsers bestimmt nicht die Breite der Nut.

Dafür ist die Schnittbreite der Frässcheibe zuständig.

Ein 4 mm breiter Scheibennutfräser erzeugt also eine etwa 4 mm breite Nut. Ob die Frässcheibe dabei 40 oder 47 mm Außendurchmesser hat, ändert daran nichts.

Noch interessanter wird das Ganze mit Distanzringen und mehreren Frässcheiben. Damit lassen sich spezielle Nut- und Schlitzbreiten zusammenstellen, die mit einer einzelnen Frässcheibe nicht möglich wären.

Gerade deshalb sind Scheibennutfräser mehr als nur Fräser für ein paar Standardnuten.

Warum gibt es Scheibennutfräser mit 40 und 47 mm?

Bei uns findest du hauptsächlich zwei Systeme:

Ø 40 mm mit 6 mm Bohrung

und das größere

Ø 47,6 mm mit 7,94 mm Bohrung, das der Einfachheit halber meistens als Ø 47 mm bezeichnet wird.

Beide Systeme erfüllen grundsätzlich dieselbe Aufgabe. Der Unterschied liegt vor allem in den verfügbaren Frässcheiben, Aufnahmen und den damit möglichen Anwendungen.

Das kompakte 40-mm-System ist eine gute Wahl für klassische Nutarbeiten und wird unter anderem auch von Festool verwendet.

Das größere 47-mm-System bietet besonders viele Kombinationsmöglichkeiten und ist interessant, wenn Scheibennutfräser häufiger oder für unterschiedliche Aufgaben eingesetzt werden.

Hier stehen beispielsweise verschiedene Aufnahmedorne, Anlauflager sowie zwei- und dreischneidige Frässcheiben zur Verfügung.

Was bringt ein dreischneidiger Scheibennutfräser?

Beim größeren System gibt es neben zweischneidigen auch dreischneidige Scheibennutfräser.

Die zusätzliche Schneide kann je nach Material und Anwendung für einen ruhigeren Schnitt und eine gute Spanabnahme sorgen. Gerade wenn regelmäßig Nuten gefräst werden, ist das eine interessante Variante.

Welche Ausführung besser passt, hängt aber immer von Material, Vorschub, Drehzahl und Anwendung ab. Drei Schneiden sind also nicht automatisch bei jeder Arbeit „besser“ – sie erweitern vielmehr die Möglichkeiten des Systems.

Mit Anlauflager: Frästiefe einfach bestimmen

Richtig praktisch werden Scheibennutfräser in Verbindung mit einem Anlauflager.

Das Lager läuft an der Werkstückkante entlang und führt den Fräser. Gleichzeitig bestimmt der Durchmesser des Anlauflagers, wie tief die Frässcheibe in das Material eintaucht.

Dabei gilt vereinfacht:

Kleineres Anlauflager = tiefere Nut

Größeres Anlauflager = weniger tiefe Nut

Beim 47-mm-System lassen sich beispielsweise unterschiedliche Lagerdurchmesser verwenden. So kann man die gewünschte Frästiefe verändern, ohne an der Führung der Maschine etwas ändern zu müssen.

Das ist besonders praktisch, wenn eine Nut mit gleichbleibendem Abstand entlang einer Werkstückkante gefräst werden soll.

Muss ich überhaupt mit Anlauflager arbeiten?

Nein.

Und genau das macht Scheibennutfräser so flexibel.

Du kannst einen passenden Aufnahmedorn ohne Anlauflager verwenden und die Oberfräse stattdessen über einen Anschlag oder eine andere Führung führen.

Noch komfortabler kann die Arbeit auf einem Frästisch sein. Hier wird die Position des Werkstücks über den Anschlag bestimmt und die gewünschte Nuttiefe entsprechend eingestellt.

Welche Variante besser ist, hängt von der Arbeit ab:

Handoberfräse + Anlauflager
Praktisch für eine schnell geführte Nut entlang einer vorhandenen Kante.

Handoberfräse + Anschlag
Flexibel, wenn die Position der Nut unabhängig von einem Anlauflager bestimmt werden soll.

Frästisch + Anschlag
Sehr angenehm bei wiederkehrenden Arbeiten und mehreren gleichen Werkstücken.

Es gibt also nicht die eine richtige Methode.

Und welchen Schaft brauche ich?

Hier muss man zwei Dinge auseinanderhalten.

Die Bohrung der Frässcheibe ist die Aufnahme in der Mitte des Scheibennutfräsers.

Der Schaft des Aufnahmedorns kommt dagegen in die Spannzange deiner Oberfräse.

Beim 47-mm-System gibt es beispielsweise Aufnahmedorne mit unterschiedlichen Schaftdurchmessern und Ausführungen – mit oder ohne Anlauflager.

Vor dem Kauf solltest du deshalb prüfen, welche Spannzange deine Oberfräse beziehungsweise dein Frästisch verwendet.

Die Frässcheibe muss wiederum zur Aufnahme des gewählten Dorns passen.

Mehrere Scheibennutfräser miteinander kombinieren

Eine der interessantesten Möglichkeiten des Systems wird gerne übersehen.

Mit geeigneten Aufnahmedornen können mehrere Frässcheiben und Distanzringe kombiniert werden.

Damit lassen sich beispielsweise breitere Nuten oder exakt definierte Abstände zwischen zwei Schnitten herstellen.

Distanzringe ermöglichen dabei eine sehr feine Abstimmung.

Gerade im Möbelbau oder bei speziellen Verbindungen kann das wesentlich flexibler sein, als für jedes gewünschte Maß einen eigenen Fräser zu benötigen.

40 oder 47 mm – was soll ich jetzt kaufen?

Wenn du bereits ein System verwendest, ist die Entscheidung einfach: Bleib bei der passenden Aufnahme und ergänze die benötigten Schnittbreiten.

Wenn du neu einsteigst, kommt es auf deine Anwendung an.

Für klassische Nutarbeiten ist das 40-mm-System kompakt, bewährt und völlig ausreichend.

Wenn du möglichst viele Möglichkeiten haben möchtest, verschiedene Frässcheiben kombinieren willst oder Wert auf eine große Auswahl an Aufnahmedornen, Anlauflagern sowie zwei- und dreischneidigen Ausführungen legst, ist das 47-mm-System besonders interessant.

Am Ende musst du eigentlich nur vier Fragen beantworten:

Welche Nutbreite brauche ich?
→ passende Schnittbreite auswählen.

Wie tief soll die Nut werden?
→ Anlauflager, Anschlag beziehungsweise Frästisch entsprechend wählen.

Welche Spannzange hat meine Oberfräse?
→ passenden Schaft des Aufnahmedorns wählen.

Möchte ich später verschiedene Fräser kombinieren?
→ auf ein entsprechend flexibles Aufnahmesystem achten.

Und wenn du dir bei Frässcheibe, Schaft oder Anlauflager nicht sicher bist, frag uns einfach. Sag uns, welche Nut du herstellen möchtest und welche Oberfräse du verwendest – dann suchen wir gemeinsam die passenden Teile heraus.

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